Erster Akt.

Heute lag ich auf einer Bank, meinen Kopf dem Himmel zugewandt und mein Blick fokussierte sich auf die grünen Blätter des Baumes, der sich über mir neigte. Der Wind ließ die Blätter tanzen. Sie ließen sich vom Wind leiten. Doch nur selten kam es vor, dass sich ein Blatt deshalb vom Ast löste. Vielmehr hielten sie an ihrem Ast fest, tanzten um ihn herum. Sie waren frei wie der Wind und dennoch gab ihnen der Baum Halt. Er nährte sie, gab ihnen Wasser und ihre Form.

Die Sonne umspielte die Bäume. Je nachdem wie der Wind die Äste und Blätter wandte, so erhaschten sie mal mehr und mal weniger Sonnenlicht, doch keines der Blätter ward deshalb weniger grün als das andere. Sie alle vertrauten darauf, dass Wind, Sonne, Erde und Wasser ihnen zu Teil wurden – ja vielmehr wussten sie, dass eben das Zusammenspiel dieser Elemente sie erschaffen hatte. Die einzige Aufgabe der Blätter war es deshalb, zu existieren- dem Lauf der Dinge und Gezeiten zu folgen. Dieses Vertrauen gab ihnen die Möglichkeit im Wind zu tanzen und sich, wenn die Zeit reif war, fallen zu lassen, und dem nächsten Element hinzugeben. Denn sie alle wussten: Der Kreislauf des Lebens ist beständig. Nie bin ich falsch an einem Ort, solange ich dem Ruf der Natur folge. 

Und tatsächlich ist es so: Noch nie hat sich jemand darüber gewundert, ob ein Blatt an einem Baum hängt, sich vom Wind tragen lässt, auf dem Waldboden liegt oder im See schwimmt. Auch das Vergehen des Blattes, wenn es im Herbst zerfällt und zum Teil der Erde wird, erscheint uns völlig natürlich. Das Blatt ist immer Teil von etwas Größerem – so wie es der Mensch ist. Auch wenn uns der menschliche Verstand dazu gebracht hat, uns als überlegene Spezies zu fühlen. Der Mensch wird immer noch von der Natur geformt, nicht andersherum. Er ist aus ihr entstanden. Umso wichtiger ist deshalb unserer Natur zu folgen – das heißt, unserer Stimme im Inneren zuzuhören. Entdeckt man sie einmal und hat den Mut den Ast loszulassen und sich fallen zu lassen, vermag sie es, uns Wind unter den Segeln zu geben. Sie zeigt uns wo wir in „unserem Element“ sind und wo unsere eigene, innere Natur liegt.  

Veröffentlicht von bewusstseinsdistraktion

Man sagt, so ein Blog muss was Aufregendes haben, um regelmäßige Leser zu generieren. Hier passiert das Gegenteil. In einer Welt voller Click Baits und übertriebener, nach unserer Aufmerksamkeit lechzender Posts will ich hier der Ruhe, der Natur und dem Menschsein Raum geben. Dabei gibt es keine Regeln. Es wird photographiert, zitiert und hie und da auch philosophiert.

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