Zweiter Akt.

Heute wollte ich nach einem langen Tag Zuhause etwas Luft schnappen und spazierte wie so oft zu meinem absoluten Lieblingsort um die Ecke – eine alte Sternwarte oben auf dem Hügel. Der Weg führt vorbei an einem Spielplatz, auf dem jedes Mal die Kinder toben, durch einen kleinen Wald bis man zu einer ersten kleinen Weggabelung kommt. An der Weggabelung muss man sich entscheiden, ob man den Weg zur Sternwarte nimmt oder ob man sich wieder auf den Weg bergab macht. Jedes Mal entscheide ich mich für den Pfad zur Sternwarte. Es folgt eine zweite Weggabelung, der eine Weg führt gerade aus mit leichtem Anstieg, der andere über steile Treppen. Doch was man beim ersten Anstieg noch nicht weiß, beide Wege führen hoch zur Sternwarte, egal wie man sich entscheidet. Heute nahm ich den längeren Weg, um die schönen grünen Bäume und die untergehende Sonne entspannt zu genießen.

Oben angekommen bewunderte ich wieder einmal dieses außergewöhnliche, faszinierende Gebäude, wie es plötzlich unter den Bäumen auftaucht und doch auf seine zurückhaltende Art auf dem Hügel drohnt. Ich setzte mich also auf einen Fleck des bepflasterten Grundes ringsum die Sternwarte und kehrte kurz in mich. Lauschte den Vögeln. Fühlte die Sonne auf meiner Haut. Spürte in mich hinein und tankte Energie.

Schon nach kurzer Zeit wurde mir wohlig, und nicht etwa weil die Sonne so schön schien, sondern weil ich ganz in meiner Mitte war. Voll mit neu gewonnenem Elan, sprang ich auf, hüpfte kurz auf eine Parkbank und wieder herunter und stand plötzlich vor dem Eingangsbereich der Sternwarte, die aktuell auf längere Zeit geschlossen ist.

Also stand ich dort und schielte durch die Glasscheibe, um die fancy Retro-Einrichtung zu bewundern, wie sie jedes Berliner Hipster Cafe gerne hätte. Mein Blick fiel gerade auf die Sternbilder-Karte als ein älterer Mann mit lockerem, gestreiftem Hemd und Stoffhose um die Ecke kam. Er schien wie der Zeit entsprungen. Er kam auf mich zu und meinte: „Die Sternwarte ist wohl noch länger geschlossen,.. aber dieses Jahr macht sie bestimmt wieder auf.“ Ich, noch immer im Bann der Sternbilder, lächelte und zuckte mit den Schultern: „Wer weiß?!“ Und als der ältere Herr erkannte worauf ich blickte, so sagte er: „Die [Sterne] laufen schon nicht davon. Sie sind immer da.“ Wahre Worte. Als ich mich kurz daraufhin umdrehte, war der Mann wieder so schnell verschwunden, wie er aufgetaucht war.

Und tatsächlich ist es so: Alles was zählt ist, dass du auf deinem Weg zur Sternwarte deiner Intuition folgst. Mal wirst du einen Kompass brauchen, mal eine Pause, um Kraft zu tanken. Doch einmal angekommen wirst du entdecken, dass alles was du jemals gebraucht hast – all die Sterne – immer schon da waren und es immer sein werden. Nimm dir Zeit, um deine Stärken und Träume zu erforschen und dann sei mutig genug, um nach den Sternen zu greifen!

Veröffentlicht von bewusstseinsdistraktion

Man sagt, so ein Blog muss was Aufregendes haben, um regelmäßige Leser zu generieren. Hier passiert das Gegenteil. In einer Welt voller Click Baits und übertriebener, nach unserer Aufmerksamkeit lechzender Posts will ich hier der Ruhe, der Natur und dem Menschsein Raum geben. Dabei gibt es keine Regeln. Es wird photographiert, zitiert und hie und da auch philosophiert.

Ein Kommentar zu “Zweiter Akt.

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